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Holtzendorff

Transformation einer Wohnung in Charlottenburg, 2016
Wohnfläche 120 qm
NBK Sanierung 180.000 €

# GRÜNDERZEIT UPCYCLING
# RAUMWUNDER
# GENERALSANIERUNG
# WOHNEN 3D
# NEUES GRUNDRISSLAYOUT IM BESTAND
# AUFARBEITUNG GRÜNDERZEITDETAILS
# ERTÜCHTIGUNG HOLZBALKENDECKE
# SANIERUNG KRIEGSSCHADEN
# FISCHGRAETPARKETT VOM FEINSTEN
# STUCKERGÄNZUNG UND SANIERUNG

 

Die unentdeckte Altbauperle ist auch in Berlin nicht mehr das, was man einfach finden kann; Hier also eine heruntergewirtschaftete, zuletzt 1965 von den Voreigentümern mit großer Ablehnung gegen Altbau sanierte Wohnung in der Beletage eines eher durchschnittlichen Gründerzeit-Hauses in sehr guter Charlottenburger Lage, zudem als Eckwohnung für einen Altbau ungewöhnlich hell.

Es bedurfte großer grundständiger Eingriffe, u.a. der Umorganisation des Grundrisses, um aus der zunächst schlecht geschnittenen 120 qm Wohnung eine großzügige Wohnsituation zu schaffen. Durch ein maßgeschneidertes Konzept und geschickte Raumnutzung entsteht hier ein Wohnwunder und holt aus der Situation das Beste heraus. Wesentliche Maßnahmen hierbei waren die 3D-Organisation des Grundrisses unter Nutzung der Raumhöhe von 3,60m für ein Halbgeschoss, maßgeschneiderte Stauräume zur „Nachverdichtung“ des Grundrisses und sorgfältige Freilegung und Heilung der verbliebenen Altbausubstanz.

Konzeptionell ein funktionales Rückgrat (Funktionsspange), länger durch die Wohnung gelegt mit maßgeschneiderten Einbauten, die jeden Winkel nutzbar erschliessen, erscheint die Wohnung deutlich größer und nutzt die Raumhöhe geschickt mit.

Damit im unteren Teil des Kinderzimmers genügend Raum zum Spielen, für Schränke und Schreibtische bleibt, wird das Schlafen nach oben ins Zwischengeschoss verlegt. Hier befindet sich eine von konventionellen Hochbetten deutlich unterschiedene Hochebene mit beidseitig integrierten Matratzen, die einen Chill-Bereich auf Tatami-Matten in der Mitte umarmen – mit genug Raum, um auch Übernachtungsgäste zu beherbergen.


Der Zugang gelingt leichtgängig durch einen dreidimensionalen Aufstiegsturm aus Stahl – eine stabile Skulptur, von den Kindern als hürdenfrei wahrgenommen, nicht die übliche Wackelpartie auf einer Leiter. Der begehbare Garderobenraum - dringender Wunsch der Bauherrin als Stauraum mit drei Kindern - bietet sogar Platz für das Rennrad und gleichzeitig einen Puffer zwischen „öffentlichem“ Bereich der Wohnung und dem privatem Ensuite-Bad. Das zweite Bad – innenliegend mit großzügiger Dusche und einem begrünten Kiesbett zum raumhohen Fenster – ist weniger versteckt und auch für Gäste gedacht. Über der Garderobe gibt es als Besonderheit einen weiteren Schlafplatz mit Doppelbett, Beleuchtung, Regal fürs Nötigste und Fenster ins Bad, im Familienjargon wird „Kapselhotel“ genannt – die Begeisterung der Eigentümerin für Japan ist nicht nur hier spürbar.

Sämtliche Funktionen werden platzoptimiert konzipiert, Wohn- und Essbereich von Staumöbeln freigehalten. Alles, was es aufzubewahren gilt, Bücher, Vorräte, der kleine Drucker für den Hausgebrauch, findet in einer ausgeklügelten Einbauschrankwand im Flur Platz und lässt die Wohnräume nahezu frei von Stauflächen. Beim Einbau des TV-Screens in die Wohnzimmerwand werden beide Seiten genutzt: im Kinderzimmer steht so kein Regal im Weg.

Das Herzstück der Wohnung ist der L-förmige, aus zwei Räumen zusammengelegte, stuckverzierte Koch-Ess-Wohnraum mit Südwest- und französischem Balkon. Mehrere Wegeführungen lassen die Wohnung größer erscheinen - Rundlauf Schlafen-Bad-Garderobe-Flur ebenso wie Kinder mit direktem und zweitem Zugang zum Wohnen über die Küche, im Flur noch Platz für die Hobbywerkstatt mit Nähmaschine.

Die Doppeltür ins Kinderzimmer (anstelle einer einfachen, ohnehin nicht bauzeitlichen Vorgängertür) macht den Flur zu einem Empfangsraum, in dem man sich gerne bewegt und aufhält und erlaubt Luftdurchzug in der „oberen Etage“.
Indirekte Beleuchtung an der glühend gelben Wand über den Bibliotheksregalen im Flur hebt die Stimmung an grauen Tagen, während der ohnehin sehr helle Wohn- und Essbereich in waldigen Grün- und Blautönen gehalten ist.

 

Hannelore Kaup Architekten

Viktoria-Luise-Platz 9
10777 Berlin

 

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